Tag 10 - Die Brutphase
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Nun blieb Vesna auch über Nacht. Sie wollte das Nest gar nicht mehr verlassen und begann, sich unter den Deckfedern kleine Daunen aus der Brust zu rupfen, um sie rund um sich herum auszubreiten. So vergrösserte sie ihre Brutfläche und verbesserte gleichzeitig die Isolation für die nun dauerhaft bebrüteten Eier. Neun Stück sind es geworden!
Abgesehen von gelegentlich minimalen Positionswechseln bewegte sie sich kaum noch. So durfte ich all ihre facettenreichen Ansichten kennenlernen.
Ich fragte mich, wie sie sich nun eigentlich ernährt. Etwas zu essen und zu trinken braucht sie schließlich auch. Nach zweieinhalb Tagen flog sie dann zum ersten Mal wieder für etwa eine Stunde davon, um sich zu versorgen.
In den folgenden Wochen unterstützte ich sie nicht nur moralisch, sondern stellte ihr ab und zu eine kleine Portion Futter bereit und ein kleines Gefäß mit Wasser hin. Anfangs war ihr die Veränderung am Nest überhaupt nicht geheuer. Sie plusterte sich auf, atmete hektisch und wirkte, als würde sie gleich eine offizielle Beschwerde einreichen.
Doch es dauerte nicht lange, bis sie das Wasser und die wenigen Haferflocken dankend annahm. So musste sie ihr Gelege nur noch selten allein lassen und konnte sich voll und ganz auf das Ausbrüten konzentrieren – quasi Homeoffice in der Endphase.